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Wrack Dampfer MARGARETE

Untersuchungsergebnisse von archaeomare e.V. vom 18. Bis 26. März 2019

Beschreibung:

Auf angegebener Position ist sandiger Untergrund mit einzelnen Steinen bzw. Steinfeldern. Es wurden viele Trümmer und Wrackteile eines hölzernen Fahrzeuges massiver Bauart gefunden. Die größten Trümmerteile verteilen sich von der beschriebenen Position ca. 25 Meter nach Norden und ca. 63 Meter nach Süden in einem etwa 25 Meter breitem Korridor. Einige Spanten haben einen geschätzten Querschnitt von 50x50 cm. Auffällig sind mehrere etwa 50 cm lange Stehbolzen, die aus einigen Wrackteilen aufragen. An einem Wrackteil wird die innere und die äußere Beplankung durch Stehbolzen voneinander getrennt gehalten, sodass dazwischen ein breiterer Hohlraum entsteht. 

Am Heckteil sind die Wellendurchführung und die Antriebswelle sichtbar, der Propeller fehlt. Eine Antriebsmaschine ist nicht zu erkennen. Wo die Maschine zu erwarten wäre, liegen diverse Trümmerteile. U.A. liegt dort ein 1 ½ Zoll-Ventil (Absperrschieber aus Messing) der kanadischen FA JENKINS. Das Ventil ist geschlossen und war in einer Leitung eingebaut, die offensichtlich kein wasserlösliches Medium führte (sehr wahrscheinlich Diesel).

Ebenfalls zw. den Trümmern im Bereich Maschinenraum wurde eine 8-eckige Bodenfliese der finnischen FA PUKKILA gesehen. Des Weiteren liegen dort ein Flaschenboden und eine intakte Flasche mit der Aufschrift MINERALVARN. Vermutlich gehören die Flaschen einer norwegischen Mineralwasserfabrik.

Ein Anker liegt frei auf dem Grund. Sein Schaft steckt noch im Führungsrohr der Ankerklüse. Auf einer Flunke ist ein Sonnenrad (bzw. Hakenkreuz) zu erkennen und auf der anderen die Aufschrift der Gießerei W. L. Byers & Co. Ltd. aus Sunderlad. Die Ankerwinde liegt auf Kopf.

Es liegen zwei kleinere, vermutlich gleich große zylindrische Behälter (Tanks?) in Richtung NW von der Antriebswelle. Ein deutlich größerer zylindrischer Behälter liegt neben dem nördlichsten Wrackteil auf dessen Ostseite. Alle Behälter sind an den Übergängen zum Abschluss (zum Deckel) abgerundet. Am großen Behälter ist der Deckel mit einer einfachen Nietreihe befestigt. Keiner der Behälter kann nach Größe und Beschaffenheit eindeutig als Dampfkessel bezeichnet werden. Hinweise auf einen Dampfmaschinenantrieb wurden nicht gesehen (kein Brennmaterial, kein Dampfkessel mit Feuerbuchse(n) und Dampfdom).

Nach dem, was zu sehen war, ist anzuzweifeln, dass es sich um das Wrack eines Dampfers handelt.

Wrack Übersicht

Messmethode: An Boje mitgeführter GPS-Logger in Verbindung mit einer Fotokamera. Bei den Messergebnissen sind größere Abweichungen möglich, da die Kamera und der Logger nicht sekundengenau aufeinander abgestimmt waren und weil das Foto nicht senkrecht auf das jeweilige Objekte gemacht wurde.

Etwa 150 Meter südlich der Wrackposition  (54° 15,1540′ N 13° 59,0250′ E) wurde von Wolfgang Frank mit seinem Side-Scan-Sonar ein Wrackteil gefunden und von ihm betaucht. Nach seiner Meinung könnte dieses Teil ebenfalls zum hier beschriebenen Wrack gehören.

Bilder von Wrackteilen

  1. Treppe
  2. Antriebswelle (Propeller fehlt)
  3. Kleiner zylindrischer Behälter, unter Hölzer liegend
  4. Kleiner zylindrischer Behälter fast komplett eingesandet
  5.  Großer zylindrischer Behälter, Deckel abgerundet u. mit einer Reihe genietet
  6. Größeres hölzernes Wrackteil, doppelseitig beplankt, längere Stehbolzen im Hohlraum zw. Innen- und Außenhaut
  7. Poller
  8. Ankerstein
  9. Kleinerer Trümmerhaufen
  10. Schwungrad
  11. Trümmer
  12. Winde
  13. Größeres Holzteil, massive Abdeckung/Decksbeplankung auf Kopf liegend
  14. Teil v. Kielbalken
  15. Patentanker
  16. Decksbeplankung (?) mit Kettendurchführung
  17. Kette

Fotos: Jens Pohland und Hagen Phönix

Text:   Jens Pohland, März   2019